SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
So 05.06.2016

Ein Rückblick auf die Saison 2015/2016

Etwas über einen Monat ist es nun her, als die SG Leipzig/Zwenkau im Sachsenpokalfinale über die HSG Neudorf/Döbeln triumphierte und somit Vereinsgeschichte schrieb. Dieser sensationelle Erfolg war die Krönung einer turbulenten Saison, in der die Germanen am Ende in der Sachsenliga sogar den siebten Tabellenplatz erreichen konnten. Hier nun ein Resümee zur abgelaufenen Spielzeit 2015/2016.

Bereits direkt nach Saisonbeginn brannte in Zwenkau schon der Baum, denn nach den ersten drei Partien gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt hatte die SG Leipzig/Zwenkau mit 0 Punkten und bereits mit 100 Gegentreffern das Tabellenschlusslicht inne. Gegen Kamenz daheim folgte dann das erste wirkliche Aufbäumen, dennoch blieben die Punkte aus. Erst im Heimspiel gegen LVB II ließ sich der erste Saisonzähler verzeichnen. In der Folge erfuhren die Germanen eine deutliche Leistungssteigerung und lieferten insbesondere gegen die Teams aus dem oberen Tabellendrittel starke Spiele ab, so dass auch vier absolute Big Points gegen Elbflorenz II daheim und Görlitz auswärts gesichert werden konnten. Im letzten Hinrundenspiel verpasste es die SG jedoch, sich gegen den weiteren Abstiegskandidaten aus Zwönitz durchzusetzen, weswegen die rote Laterne den Jahreswechsel in Zwenkau überwintern musste.

Für die Rückrunde hatte sich das Team von Trainer Oliver Stockmar vorgenommen, das Feld von hinten aufzuräumen. Der Fokus lag insbesondere auf dem Rückrundenstart mit erneut vier Begegnungen gegen vier direkte Konkurrenten. Doch es hagelte trotz aufopferungsvollem Kampf knappe Niederlagen. Lediglich gegen Döbeln daheim gelang ein überlebenswichtiger Erfolg. Somit sah die Zukunft für ein weiteres Jahr Sachsenliga in Zwenkau weiterhin sehr finster aus.
Was demgegenüber dann im weiteren Rückrundenlauf geschah, lässt sich rückblickend schon als kleines Märchen beschreiben. Nach einem phänomenalen 20:17 Heimsieg gegen Ligaprimus Delitzsch ließ die SG Leipzig/Zwenkau nämlich nichts mehr anbrennen. Vom Abstiegskandidaten mutierten die Germanen urplötzlich zum Favoritenschreck und blieben bis zum Saisonende verlustpunktfrei. Mit dementsprechend sieben Ligasiegen in Folge durchkreuzten die Zwenkauer nicht nur so manche Titelträume aller Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel, sondern sicherten sich auch am vorletzten Spieltag gegen Radeburg den direkten Klassenerhalt. Das letzte Heimspiel gegen Absteiger Zwönitz bereitete den Germanen dann keine Probleme mehr, weswegen sie im Anschluss ebenso gelassen den Saisonabschluss in der heimischen Stadthalle Zwenkau feiern konnten.

Im Pokalwettbewerb bekleckerte sich die SG ebenso nicht gerade mit Ruhm. Drei Siege gegen drei Verbandsligisten, davon zwei sogar erst nach Verlängerung, und ein Freilos kann man zu Recht nicht gerade als souveränen Weg ins Finale für einen Sachsenligisten bezeichnen. Dennoch bestritten die Zwenkauer vor ungefähr einem Monat das Pokalfinale, welches das absolute Highlight dieser Spielzeit darstellte, im Hexenkessel Stadtsporthalle Döbeln gegen die HSG Neudorf/Döbeln. Die Germanen konnten sich hier insbesondere auf ihr aufgetanktes Selbstvertrauen aus den Vorwochen und auf Torhüter Johannes Marek verlassen, um am Ende mit dem Gewinn des Sachsenpokals sowohl Vereinsgeschichte zu schreiben, als auch eine am Ende erfolgreiche Saison zu krönen, die ähnlich einer Achterbahnfahrt anmutete. Mit diesem Erfolg ist das Team von Oliver Stockmar ebenfalls zur Qualifikation für den DHB-Amateur-Pokal gesetzt. Dieses Qualifikationsspiel muss bis Ende des Jahres 2016 erfolgen. Gegner wird die HSG Freiberg oder der HC Glauchau/Meerane sein.

In den vergangenen Wochen blieb somit für alle Verantwortlichen genug Zeit, um diese Erfolge mit vollem Recht auszukosten und zu genießen. Dennoch muss nun im Sinne eines Progresses auch wieder der Blick in die Zukunft erfolgen. Dazu gehört ebenso sich selbstkritisch bezüglich der zurückliegenden Spielzeit zu hinterfragen. Wo Bedarf es Veränderungen?
Auffällig ist, dass die Hinrunde 2015 in einem völlig gegensätzlichen Bild zur Rückrunde 2016 steht. Insbesondere in den ersten Spielen ging die SG Leipzig/Zwenkau förmlich unter und war teilweise schlichtweg nicht konkurrenzfähig für die Sachsenliga. Zusätzlich war das Lazarett in der Hinrunde permanent sowie langfristig mit zahlreichen, als Führungskräfte eingeplanten Männerspielern gespickt, so dass die Optionen für Trainer Oliver Stockmar eher gering ausfielen. Des Weiteren konnten die eigenen Neuzugänge nicht wie erhofft die aufgrund der Abgänge entstandenen qualitativen Lücken ausfüllen. Erst zu Beginn der Rückrunde und neuer spielberechtigter A-Jugendlicher des SC DHfK Leipzig nahm das Spiel der Germanen wieder Form an und der Erfolg kehrte zurück. Spieler wie Oskar Emanuel, Oliver Seidler, Marc Esche, Daniel Centner und der genesene Daniel Sowada wurden zu unverzichtbaren Leistungsträgern und gingen trotz teilweise enormer Doppelbelastung auf dem Feld stets voran. Erstgenannter verpasste mit 150 Toren in lediglich 19 Spielen sogar nur knapp die Torjägerkanone. Vier dieser Leistungsträger werden den Verein zur kommenden Saison 2016/2017 verlassen.

Berechtigter Weise kommt somit die Frage auf, ob man sich als Stammverein in der vergangenen Spielzeit ein Stück weit zu abhängig von der exzellenten Jugendarbeit des DHfK gemacht hat. Augenscheinlich dafür waren z.B. die Startaufstellungen der letzten entscheidenden Partien der Rückrunde. Außerdem kann man für die nächste Spielzeit nicht noch einmal solch eine phänomenale Siegesserie wie die der Rückrunde als Rettung erwarten. Des Weiteren wird der DHfK A-Jugend Kader 2016/2017 nicht mehr den zahlenmäßigen Umfang wie noch in dieser Saison haben, weswegen die Germanen höchstwahrscheinlich öfter als bisher auf sich allein gestellt sein werden, da die gegnerischen Teams in der Sachsenliga spätestens nach der Rückrunde 2016 mit Sicherheit nochmal ein genaueres Augenmerk auf ihre Spieltagsplanungen für die nächste Saison legen werden.
Dementsprechend läuft die eigene Kaderzusammenstellung der SG Germania Zwenkau gerade auf Hochtouren, um ab September dieses Jahres nicht nur eine quantitativ, sondern auch qualitativ präsente Basis an Männerspielern gespickt mit den neuen DHfK Jünglingen aufs Parkett zu schicken. Zudem ist man mit dem Kooperationspartner SC DHfK Leipzig insbesondere bezüglich logistischer Angelegenheiten im intensiven Austausch, um das gemeinsame Projekt SG Leipzig/Zwenkau sowohl räumlich, als auch im Sinne der Identifikation wieder etwas „näher“ nach Zwenkau an die Fans zu bringen.

An dieser Stelle möchten sich alle Teammitglieder der SG Leipzig/Zwenkau herzlich bei allen Verantwortlichen, Sponsoren, Unterstützern sowie Fans für die Beihilfe in der vergangenen Spielzeit bedanken. Ohne euch wäre diese erfolgreiche Saison 2015/2016 gar nicht erst möglich gewesen. In diesem Rahmen soll auch noch einmal ein gesonderter Dank an die integrierten DHfK-Jugendspieler erfolgen, welche mit ihren starken Leistungen einen immensen Anteil am Klassenerhalt hatten. Außerdem konnten sie am vergangenen Wochenende die Deutsche Meisterschaft in der A-Jugend Bundesliga gegen den SC Magdeburg verteidigen, was ein weiterer Beleg für die überragende Jugendarbeit des SC DHfK Leipzig ist. Deswegen an dieser Stelle auch herzlichen Glückwunsch zu diesem sensationellen Erfolg.
In den kommenden Wochen werden weitere Beiträge bezüglich der Kaderplanung und der Saisonvorbereitung 2016, welche ab der kommenden Woche startet, folgen.

Glückliche Hand & Gut Wurf!

A.G.