SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
Mo 01.02.2016

In 6 Minuten alles verspielt

Endspielstimmung herrschte am vergangenen Sonntag nicht nur in Krakau, sondern auch in Kamenz. Denn dort gab es für die SG Leipzig/Zwenkau, ein weiteres Finale um den Klassenerhalt zu bestreiten. Nachdem die Germanen fast über die ganze Partie alles im Griff hatten, scheiterten sie in den Schlussminuten wieder an sich selbst und verloren völlig selbstverschuldet mit 27:24.

Im Vorfeld dieser Begegnung waren die Aussichten schon wieder bescheiden, da mit dem fiebergeplagten Marc Esche und dem immer noch verletzten Kapitän Maximilian Schulz erneut wichtige Alternativen im Rückraum fehlten. Zudem ging Michael Remme angeschlagen in die Partie. Dennoch kamen die Zwenkauer gut in die Partie und waren dank ihres geduldigen sowie schwungvollen Angriffsspiels alsbald mit 7:9 in Front. Die Hausherren blieben jedoch bissig und sorgten in der Folge für den 11:11 Ausgleich. Insbesondere Linkshänder Aurelijus Stankevicius strotzte nur so vor Tatendrang und sorgte vor allem mit seinen spektakulären Hüftwürfen immer wieder für Gefahr. Einen letzten Ballverlust der Gäste, wusste der HVH kurz vor der Sirene auch noch mit einem Kontertor zu bestrafen und ging deswegen mit einer hauchdünnen 13:12 Führung in die Kabine.

Mit dem Wissen, dass in dieser Partie noch nichts entschieden war legten die Germanen im zweiten Durchgang auch gut los und konnten die Kamenzer Deckung immer öfter durch ihr druckvolles sowie agiles Angriffspiel bis zum Torerfolg überwinden, sodass sie sich auf 15:18 absetzen konnten. Diesen Vorsprung konnten die Germanen bis in die 54. Spielminute beim Stand von 19:21 wahren, aber was dann folgte war erneut zum Haare raufen. Innerhalb von sechs Minuten gaben die Zwenkauer diese Begegnung aus den Händen, da sie ihre bis dato vielversprechende Linie komplett verließen. Im Angriff brach plötzlich Ideenlosigkeit aus und undisziplinierte Abschlüsse sowie Ballverluste waren die Folge. Des Weiteren ließ auch die bis dahin solide Deckungsleistung nach und so kam es, wie es kommen musste. Kamenz nahm das Geschenk dankend an und konnte durch viele einfache Tore einen 8:3 Lauf aufs Parkett zaubern, weswegen die Zwenkauer beim 27:24 Endstand wieder einmal paralysiert ins Leere starren mussten.

Erneut ist es die alte Leier. Trotz der geringen Alternativen im Angriff zeigte die SG Leipzig/Zwenkau bis in die Schlussminuten eine starke Partie, um es dann aber wieder nicht über 60 Minuten konsequent zu Ende zu spielen. Wieder einmal brechen die Zwenkauer ein und verlieren ein Spiel, welches sie an diesem Tag nie hätten verlieren dürfen. Die Luft wird langsam dünn, da mit LVB II ein direkter Tabellennachbar auch noch doppelt punkten konnte.
Im Anschluss konnte man noch gemeinsam mit den Hausherren sowie deren Fans die zweite Halbzeit des EM-Finales inklusive des überragenden deutschen Titelgewinns auf der Leinwand begutachten. Lediglich ein geringer Trost an diesem gebrauchten Abend...

Torhüter: Marian Voigt, Johannes Marek (n.e.)
Torschützen: Michael Remme (3), Sebastian Steinbach, Alexander Groß, Marcus Zobel (1), Ron Günther, Daniel Centner (4), Lukas Stähr (3), Adrian Sundorf (n.e.), Tom Schulz (n.e.), Oskar Emanuel (10/4), Oliver Seidler (3)

Glückliche Hand & Gut Wurf!

A.G.