SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
Mo 25.08.2014

SG Leipzig/Zwenkau holt Turniersieg im Erzgebirge

Im Endspurt in Sachen Vorbereitung stand für die SG Leipzig/Zwenkau am Samstag ein weiterer herber Prüfstein auf dem Plan. Wie auch im vergangenen Jahr ging es zum stark besetzten Sparkassencup in die Bergstadt Zwönitz und am Ende sorgte man sogar in zweierlei Hinsicht für eine Riesen-Überraschung, die man selbst im eigenen kleinen Kreis nicht so ganz fassen konnte.

Laut Zwönitzer Vorbericht galt die noch junge Spielgemeinschaft als Sachsenliga-Aufsteiger gleich nach dem Vertreter der Mitteldeutschen-Oberliga HSG GoGo Hornets als einer der Turnierfavoriten. Der dünnhäutige Kader mit dem man in der Bergstadt anreiste sagte jedoch vorab etwas anderes aus. Lediglich neun Feldspieler (drei Kreis-, drei Außen- und drei Rückraumspieler) standen Trainer Stefan Remane für vier Partien mit jeweils satten zweimal 20 Minuten Spielzeit zur Verfügung. Die Engpässe im Tor konnten kurzfristig noch durch Gabor Pulay vom SC DHfK Leipzig beseitigt werden. Er fügte sich dennoch sofort genau wie die drei DHfK-Nachwuchsakteure mit guter Leistung sowie auch menschlich hervorragend in das Team ein.

Gleich im ersten Spiel gegen HC Elbflorenz II (Verbandsliga Ost) durften die Zwenkauer am eigenen Leib erfahren, dass der ganze Turniertag kein Zuckerschlecken darstellen sollte. Schnell geriet man in Rückstand und lief diesem auch eine ganze Weile hinterher. Doch nachdem Angriff sowie Abwehr in erneut ungewohnter Konstellation besser zusammenfanden, pirschte man sich wieder heran und konnte am Ende vor allem dank zahlreicher einfacher Kontertore die Partie sogar noch mit 21:18 für sich entscheiden. Die zweite Begegnung gegen das Juniorteam EHV Aue II (Verbandsliga West) verkörperte gleichzeitig ein Derby für alle Jugendspieler im Kader. Dementsprechend legten die Schützlinge aus Aue, welche mit voller Kapelle an den Start gingen, sprichwörtlich los wie die Feuerwehr, gingen somit schnurstracks in Führung und verwalteten diese über 32 Minuten lang. Anschließend bewiesen die Germanen abermals einen kühlen Kopf, spielten ihre Angriffe überlegt aus und kauften dem Gegner auch langsam in der Abwehr den Schneid ab. Vor allem über das Zusammenspiel mit dem Kreis kamen die Zwenkauer immer wieder zum Erfolg und konnten letztendlich die Partie noch getreu dem Motto „Hinten sind die Enten fett" mit 18:17 zu ihren Gunsten umbiegen.
Spiel Nummer Drei, galt es gegen die Hausherren vom Zwönitzer HSV 1928 (Verbandsliga West) selbst zu bestreiten. Über den gesamten Spielverlauf zeichnete sich ein sehr enges und teilweise zähes Spiel ab, dessen dennoch mitreißende Spannung aber leider von einer desaströsen Schiedsrichterleistung auf beiden Seiten in den letzten Spielminuten vollkommen überschattet wurde. Letzten Endes ließ die Germania auch noch einige Chancen liegen und verlor so knapp mit 14:15. In der vierten und letzten Partie gegen die HSG GoGo Hornets (MHV-Oberliga) merkte man den Zwenkauern die Anstrengung von zuvor 120 Minuten Spielzeit und der langen Pausen schon längst beim Schlachtruf „Kann nicht mehr gehen" deutlich an. Allen voran die drei Rückraumspieler, welche den kompletten Turniertag durchspielen mussten, hatten ordentlich zu kämpfen, ihre müden Knochen noch einmal in Bewegung zu bringen, weswegen die Hornets das Geschehen von Beginn an unter Kontrolle hatten. Die Germanen blieben dennoch speziell dank einer starken Leistung von Gabor Pulay im Tor, etlichen guten Aktionen am Kreis und einiger Kontertore immer auf Tuchfühlung. Am Ende stand noch ein 17:17 Unentschieden zu Buche.

Dieses bedeutete gleichzeitig den Turniersieg für die Zwenkauer, da man punkgleich gegen Aue im direkten Vergleich die Nase vorn hatte. So richtig konnte das gesamte Team um Coach Remane sein Glück gar nicht fassen, dass man in dieser Besetzung auch noch den begehrten Pokal der Stadtverwaltung Zwönitz mit nach Hause nehmen durfte. Für die zweite große Überraschung sorgte Kapitän Thomas Niese, welcher von den Verantwortlichen aller Mannschaften zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Die drei DHfK-Nachwuchsspieler aber auch die alt eingesessenen Germanen hatten trotz der hohen Belastung sichtlich Freude am gemeinsamen Turnier. Es ist schön zu sehen, dass diese Spielgemeinschaft langsam nicht nur spielerisch sondern auch immer mehr menschlich zusammenwächst. Im Anschluss feierte man noch zusammen mit dem Gastgeber aus Zwönitz aka dem „Turniersieger-Besieger" gelassen und humorvoll den Überraschungserfolg in der Kabine und trat erst in den späten Abendstunden die Heimreise an.

Für die SG Leizig/Zwenkau spielten:

Gabor Pulay, Thomas Niese, Sebastian Steinbach, Alexander Groß, Tobias Weiß, Ron Günther, Niklas Prautzsch, Oliver Dietze, Max Kügler, Adrian Sundorf
Glückliche Hand & Gut Wurf!
A.G.