SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
Mon 08.09.2014

Pokalpflicht getan:
Die Germania gewinnt nach guten 40 Minuten mit 25:29 in Schleife

Nach einer langen Busfahrt landete die SG Leipzig/Zwenkau am vergangenen Samstag in der Oberlausitz, um im Rahmen der ersten Runde des HVS-Molten-Pokals gegen den SV Lok Schleife einer vermeintlichen Pflichtaufgabe gegenüberzustehen. Doch so ganz überzeugend liefen die ersten 60 Minuten des Saisonauftakts dann doch nicht.

Endlich ist es wieder soweit: Der Ball fliegt wieder unter Pflichtspielbedingungen durch die Hallen Sachsens und standesgemäß begann die neue Saison 2014/2015 am vergangenen Wochenende mit dem Auftakt im Sachsenpokal. Der frischgebackene Sachsenligist aus Zwenkau hatte eine scheinbar dankbare Aufgabe gegen Ostsachsenligist SV Lok Schleife vor der Brust, aber die Vorzeichen waren alles andere als prickelnd, denn Trainer Stefan Remane stand erneut ein geschmälerter Kader zur Verfügung. Allein fünf Spieler konnten die Reise überhaupt erst gar nicht mit antreten und vor Ort musste Moritz Block bereits in der Erwärmung wegen Schulterproblemen passen. Marcus Parybyk hing zudem noch im Stau fest und konnte erst in der zweiten Hälfte dazustoßen.
Dennoch ließen sich die verbliebenen Akteure der SG Leipzig/Zwenkau davon nicht beirren und legten fulminant los. Nach einem kurzen Intermezzo zum 1:1 liefen die Zwenkauer sofort heiß und profitierten von den zahlreichen Ballgewinnen, die ihnen die starke Abwehr im Zusammenspiel mit einem gut aufgelegten Torhüter bescherte. Das schnelle Umschaltspiel und der gut strukturierte sowie treffsichere Positionsangriff besorgten dann auch den verdienten Torerfolg und ruckzuck stand eine 2:10-Führung zu Buche. Selbst eine Unterzahlsituation konnte die Germanen nicht daran hindern, ihr Spiel weiterhin so dominant aufzuziehen und diesen Vorsprung aufrechtzuerhalten, sodass es mit einer soliden 8:16-Halbzeitführung in die Kabinen ging.

Bis zur 40. Minute in Hälfte zwei machten die Zwenkauer dort weiter, wo sie im ersten Durchgang aufgehört hatten und ließen nach wie vor nichts anbrennen. Der Vorsprung wuchs dementsprechend sogar auf 14:26 an. Im Anschluss kippte allerdings die Partie. Die Germanen agierten nun ungewohnt unsicher sowie ideenlos im Spielaufbau und nutzen ihre Chancen eher zum Warmschießen des neuen gegnerischen Torhüters. Die Hausherren nahmen diese sich neu dargebotene Situation dankend an und kamen immer mehr ins Rollen. Nach ihrem vorerst letzten Torerfolg zum 17:28 schauten die Zwenkauer im weiteren Verlauf immer öfter fragend zur Anzeigetafel, auf der diese Zahl 28 in den Folgeminuten wie eingemeißelt schien. Nämlich der Gastgeber war nun am Drücker und rannte unermüdlich, angetrieben von den eigenen Fans, welche die gesamte Partie über für eine Wahnsinnsstimmung sorgten, gegen die nun löchrige Abwehr der Germania an, welche diesem Begriff nicht mehr wirklich entsprach. Einen vernichtenden 7:0-Lauf der Sieben aus Schleife mussten Stefan Remane und seine Mannen bis zum 24:28 ertragen, bevor der an diesem Tag beste Germane, Maximilian Kügler, die Torflaute beendete. Somit gewannen die Zwenkauer am Ende nur dank der starken ersten Hälfte ihr erstes Pflichtspiel der neuen Saison schmeichelhaft mit 25:29.

In den letzten zwanzig Minuten hatte sich das Team von Stefan Remane wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und muss in Hinblick auf die kommende Woche noch einiges in den anstehenden Trainingseinheiten verbessen. Denn am nächsten Samstag, den 13.09.2014, verschlägt es die Zwenkauer für ihre Premiere in der Sachsenliga erneut in die Oberlausitz: Hier wartet mit dem Absteiger aus der Mitteldeutschen-Oberliga, LHV Hoyerswerda, welcher sein Pokalspiel gegen den Chemnitzer HC auswärts souverän mit 21:34 gewinnen konnte, gleich ein wesentlich härterer Brocken zum Ligaauftakt. Aber vielleicht können die Germanen als Liga-Neuling ähnlich wie der vermeintliche „David“ aus Schleife ihre Chance nutzen und den großen „Goliath“ des Lausitzer Seenlandes zum Wanken bringen.

Torhüter: Johannes Marek, Gino Löffler
Torschützen: Thomas Niese (3), Marcus Parybyk (2), Alexander Groß (4), Tobias Weiß (7), Moritz Block, Oliver Dietze (3), Maximilian Kügler (9/3), Daniel Leutner (1).

Glückliche Hand & Gut Wurf!
A.G.