SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
Sa 05.09.2015

Trotz Verlängerungsdrama eine Runde weiter

Im Rahmen des HVS-Pokalauftakts verschlug es die SG Leipzig/Zwenkau am vergangenen Samstag ins Vogtland. Dort traf man auf den Verbandsligisten SV Plauen-Oberlosa 04 II und lieferte sich eine unfassbare Partie, in der die Germanen trotz des dünnen Kaders am Ende mit einem 24:26 Auswärtssieg nach Verlängerung noch ihr Ticket für die zweite Pokalrunde buchen konnten.

Wie bereits im Vorbericht erwähnt sah die Kaderbreite der SG Leipzig/Zwenkau vor diesem Aufeinandertreffen genau so mager aus, wie sie es letztendlich auch live in der Kurt-Helbig-Sporthalle Plauen war. Trainer Oliver Stockmar stand gerade so eine spielfähige Mannschaft von genau sieben Spielern zur Verfügung, aber nur, da er immerhin noch DHfK A-Jugend Torhüter Marian Voigt vom Füchse-Turnier aus Berlin mit im Gepäck hatte. Torwart Gino Löffler hingegen musste somit das gesamte Spiel über die rechte Außenbahn beackern und für Tore sorgen.
Ungeachtet dessen gehörte der Beginn den Zwenkauern. Durch gute Abwehrarbeit sowie geringe Fehlerzahl im Angriff war man schnell mit 2:7 auf und davon. Leider kam kurz danach der Bruch im Spiel der Gäste und plötzlich glänzte man eher durch überhastete Abschlüsse, inklusive inkonsequent vorgetragener Auftakthandlungen sowie einem löchrigen Abwehrverbund. Der prompt im Stich gelassene Torwart Marian Vogt sah sich nun der anrollenden Angriffswelle der jungen Vogtländer gegenüber. Die Gastgeber nutzen ihre Chance und kämpften sich nicht nur wieder heran, sondern gestalteten das Spiel auch wieder ausgeglichen. Zum Pausentee konnten sie sie sogar eine knappe 12:11 Halbzeitführung verbuchen.

Nach Wiederanpfiff fügte sich das Bild der zweiten Hälfte nahtlos an das der ersten an. Lange Zeit bekamen die Germanen keinen Zugriff in der Deckung und fraßen ständig einfache Gegentore, welche den Gastgeber weiterhin in Führung hielten. Erst in der Schlussphase raffte man sich nochmal zusammen und konnte das Spiel drehen, sodass 30 Sekunden vor Schluss beim Stand von 21:22 der knappe Sieg zum Greifen nah schien. Doch dann begann das Drama, von dem wohl viele sagen werden, dass genau solche Situationen den Pokal ausmachen.
Die Hausherren überrumpelten die Zwenkauer mit einem Kempa-Trick und glichen aus. Vier Sekunden vor Abpfiff und in doppelter Unterzahl, da sich Adrian Sundorf beim Abwehrversuch auch noch eine Zeitstrafe einhandelte, zückte Trainer Oliver Stockmar noch einmal die Auszeit. Der Plan, nach Anwurf den Ball zu einem durchstartenden Außen bringen und sofort abschließen. Unglaublicher Weise gelang dieser Schachzug und Gino Löffler – ja, der eigentliche Torhüter – bekam den Ball und schweißte das Ding vermeintlich parallel zur Schlusssirene ein. Allerdings hielt der Jubel nur kurz an, weil die Schiedsrichter in Absprache mit dem Kampfgericht das Tor doch nicht gaben. Das hieß natürlich weitere zweimal fünf Minuten oben drauf.

Die erste Hälfte der Verlängerung ging nicht zuletzt aufgrund eklatanter Abwehrfehler erneut 23:23 unentschieden aus. Kurz nach Beginn des letzten, finalen Durchgangs holte sich dann auch noch Sebastian Steinbach seine dritte Zeitstrafe ab und ging mit Rot vom Platz. Was nun?! Unkonventionelle Spiele erfordern nun einmal unkonventionelle Maßnahmen. Trainer Oliver Stockmar, der am Freitag noch kurzfristig prophylaktisch seinen Spielerpass reaktiviert hatte, musste nun selbst in die Bresche springen. Mit großer Leidenschaft verteidigte er sofort in der Manndeckung und konnte sogar einen Abpraller sichern. Zwenkau in Führung. Danach parierte Marian Vogt noch einmal den letzten Ball der Gastgeber und bescherte damit seinem Team den entscheidenden Angriff, bei dem Maximilian Schulz den Ball nach guter Sperre durch Coach Stockmar zum 24:26 Endstand einklinkte. Unfassbares Spiel! Aus! Vorbei! Hauptsache eine Runde weiter...

Torhüter: Marian Vogt
Torschützen: Sebastian Steinbach, Maximilian Schulz, Gino Löffler, Oliver Stockmar, Marcus Zobel, Marcel Magister, Adrian Sundorf

Glückliche Hand & Gut Wurf!

A.G.