SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
Mo 27.10.2014

Ungewohnte Flucht nach vorn beschert den Sieg in Bautzen

Am vergangenen Sonntag war die SG Leipzig/Zwenkau zum Schlüsselspiel beim HV Oberlausitz Cunewalde zu Gast. Dabei verließen die Germanen eine ihrer größten Tugenden und konnten am Ende dennoch in einem torreichen Spiel zwei wichtige Punkte mit nach Hause nehmen.

In den Anfangsminuten zeichnete sich ein ungewohntes Bild für die meisten Zuschauer ab, denn es waren die Offensivreihen beider Teams, die loslegten wie die Feuerwehr. Keine schwerfällig wirkenden Angriffe, sondern Schlag auf Schlag ging es hin und her, während anscheinend die Abwehrformationen beidseits den Anpfiff verschlafen hatten. Getreu dem Motto „Jeder Schuss, ein Treffer“ stand es alsbald 7:7 zwischen zu diesem Zeitpunkt zweier gleichwertiger Mannschaften. In der Folge waren es aber die Zwenkauer, welche einen zumindest minimal besseren Zugriff in der Abwehr bekamen und von den zahlreichen Fehlern der Hausherren im Aufbauspiel profitieren konnten, sodass man sich erstmals mit 11:15 absetzen konnte. Jedoch vertändelten die Germanen in der Schlussphase ebenfalls einige Bälle, die man prompt wieder aus dem eignen Tor fischen durfte. Immerhin ging es trotzdem mit einer 16:18 Halbzeitführung zum Durchschnaufen in die Kabinen.

Nach Wiederanpfiff erwischten die Gastgeber den besseren Start und kämpften sich bis zum 21:21 Ausgleich zurück in die Partie. Den darauf folgenden, zeitweise in Unterzahl herausgespielten 21:24 Vorsprung konnte die Germania aufgrund zahlreicher technischer Fehler erneut nicht halten, da der Gegner zudem nochmal alle Reserven mobilisierte und sich mit purer Willenskraft entgegen stellte, um eine mögliche fünfte Saisonniederlage abzuwenden. So entwickelte sich eine spannende und ausgeglichene Partie, in der weiterhin beide Abwehrreihen glücklos agierten und erst in den Schlussminuten beim 28:30 sich eine Entscheidung anbahnen sollte. Hier war es insbesondere Michael Remme, welcher das Heft des Handelns gegen die teilweise doppelte Manndeckung der Hausherren in die Hand nahm und sich dabei sogar zu einem richtigen Rückraumshooter entpuppte. Altmeister Gabor Pulay gab ebenso noch zwei wichtige Paraden zu seinem Besten und hatte am Ende auch den letzten, etwas längeren Ballkontakt, bevor der herbeigesehnte Schlusspfiff zum 30:33 Auswärtssieg für die Germanen ertönte.

Das Spielergebnis zeigt deutlich, dass die sonstige Stärke der Germania, der Abwehrriegel, kaum stattfand und man somit nur in der Flucht nach vorn in diesem Duelle bestehen konnte. Mit diesem wichtigen Sieg hält die SG Leipzig/Zwenkau den Anschluss an das breite Tabellenmittelfeld der Liga und kann sich sogar vorerst etwas von den Abstiegsrängen absetzen. In der kommenden Woche bedarf es gegen Weinböhla erneut eine couragierte Leistung, um diese Position zu festigen.

Torhüter: Gabor Pulay, Johannes Marek
Torschützen: Thomas Niese (1), Michael Remme (5), Sebastian Steinbach (2), Maximilian Schulz (4), Alexander Groß (7/4), Tobias Weiß (1), Moritz Block (8/3), Ron Günther (2), Niklas Prautzsch (1), Jonas Hönicke (2), Daniel Centner (n.e.)

Glückliche Hand & Gut Wurf!

A.G.