SG GERMANIA ZWENKAU
Handball aus dem Neuseenland
Sun 25.01.2015

Verdienter Punktgewinn in Radeburg

Den vergangenen Samstagnachmittag verbrachte die SG Leipzig/Zwenkau beim Auswärtsspiel gegen den TSV 1862 Radeburg wieder einmal in fremden Gefilden. Dort wurde man sogar vorab als „Mannschaft der Stunde“ angekündigt. Ohne jegliche Schmeicheleien lieferten sich beide Teams einen packenden Schlagabtausch, bei dem am Ende ein gerechtes 27:27 Unentschieden heraus kam.

Den besseren Start erwischten die Zwenkauer. Durch eine konzentrierte Abwehrarbeit kam man zu einfachen Ballgewinnen und konnte im Angriff diese durch gut herausgespielte Situationen in Tore bis zur 1:4 Führung ummünzen. Doch danach lief auch der Angriffsmotor der Hausherren langsam warm und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Gäste bis zum 6:8 noch leicht die Nase vorn hatten. In der Folge kam jedoch plötzlich Sand ins Getriebe der Germanen, welche sich nur noch schwer gegen die zunehmend aggressiver werdende Deckung des TSV durchzusetzen wussten. Auch die Abwehr blieb von der kurzen Schwächephase nicht verschont, weswegen die Meißener sogar mit 10:8 in Führung gehen konnten. Die Zwenkauer behielten dennoch Anschluss, was insbesondere auch an dem starken Mann im Tor, Gabor Pulay lag, der mit zahlreichen Paraden oft die letzte, zu große Hürde für die Hausherren darstellte und zudem gleich noch zwei Sieben-Meter entschärfen konnte. Seinen größten Glanzmoment sollte er aber noch zur späteren Stunde haben. Seine Vorderleute rafften sich dann noch einmal auf und konnten kurz vor dem Pausenpfiff noch zum 12:12 Halbzeitstand ausgleichen.

Die ausgeglichene Partie sollte sich auch mit Beginn der zweiten 30 Minuten fortsetzen. Beide Mannschaften waren nun voll im Spiel, aber der TSV packte jetzt in der Abwehr entscheidender zu, was sich nach und nach, jedoch spätestens in der 45. Minute mit einer 21:18 Führung bezahlt machen sollte. Doch was dann geschah konnten sich die heimischen Fans der Radeburger wahrscheinlich auch nicht erklären. Keine Ahnung, ob sich die Gastgeber nun ihrer Sache zu sicher waren, aber plötzlich lief bei ihnen nicht mehr viel zusammen. Die Germanen rochen ihre Chance und holten zum Gegenschlag aus. Durch eine verbesserte Angriffsleistung legte man kurzer Hand einen 0:6 Lauf aufs bis zur 21:24 Führung aufs Parkett, obgleich die Radeburger in dieser Phase versuchten, angeheizt durch die Unzufriedenheit gegenüber den Entscheidungen des jungen Schiedsrichtergespanns, durch extreme Härte wieder Herr der Lage zu werden. Nach zahlreichen harten Aktionen der gesamten Heimsieben war die direkte rote Karte gegen die Nummer 2 des TSV am Ende nur eine logische Konsequenz.
Für die letzten acht Spielminuten legten die Hausherren aber noch einmal zu und agierten just mit einer offensiven Deckungsvariante, um die komplette linke Angriffsseite der Zwenkauer aus dem Spiel nehmen zu wollen. Hier fasste sich aber Marcus Parybyk ein Herz und traf für sein Team in dieser entscheidenden Phase der Partie oft die richtigen Entscheidungen, sodass man bis in die letzten Minuten dieses Aufeinandertreffens hinein sogar mit 26:27 knapp an einer weiteren Sensation schnupperte. Trotzdem konnte man im direkten Anschluss den 27:27 Ausgleichstreffer des TSV kurz nach Beginn der letzten Spielminute nicht verhindern, hatte aber den vermeintlich letzten Angriff des Spiels in eigener Hand. Nun sollte der Krimi aber erst seinen Höhepunkt erreichen. Letzter Wurf der Germanen…geblockt. Im Eiltempo suchten die Hausherren den Weg nach vorn und versuchten ihren Linksaußen einzusetzen, welcher jedoch, Gott sei Dank, ca. 13 Meter vor dem Gehäuse der Zwenkauer von Philip Jungemann gestoppt werden konnte. Doch auf einmal ertönte ein längerer Pfiff und es gab einen Sieben-Meter, den beide Mannschaften, insbesondere natürlich die Germanen heftig diskutierend, nicht so richtig wahr haben wollten. TSV-Rechtsaußen Martin Kaiser trat an und ließ in Absprache erst die Uhr clever ablaufen bevor er im finalen Duell Gabor Pulay gegenüber stand. Wurf…und die Zwenkauer stürmten das Feld, denn Gabor Pulay parierte den Wurf und hielt somit das am Ende auch gerechte 27:27 Unentschieden fest.

Sicherlich ein gewonnener Punkt, den die SG Leipzig/Zwenkau dort in Radeburg erringen konnten. Obgleich eventuell auch ein Sieg möglich gewesen wäre, sichern sich die Mannen von Trainer Oliver Stockmar erneut einen Big Point im Kampf m den Klassenerhalt. In der kommenden Woche gehen die Germanen wieder in der heimischen Halle auf Punktejagd.

Torhüter: Gabor Pulay (3 gehaltene 7m), Johannes Marek
Torschützen: Thomas Niese, Michael Remme (2), Sebastian Steinbach (2), Marcus Parybyk (4), Maximilian Schulz (1), Alexander Groß (3), Tobias Weiß (n.e.), Moritz Block (7/4), Oliver Dietze (1), Daniel Centner (2), Philip Jungemann (5)

Glückliche Hand & Gut Wurf!

A.G.