SG GERMANIA ZWENKAU
SG LEIPZIG-ZWENKAU
So 26.04.2015

Heimsieg in letzter Sekunde verspielt - Platz 8 am Ende

Am finalen Spieltag der Sachsenliga-Saison hatte die SG Leipzig/Zwenkau im letzten Heimspiel das Nachbarschaftsderby gegen die SG LVB Leipzig II vor der Brust. Obgleich sich beide Teams tabellarisch nicht mehr verbessern oder verschlechtern konnten, entwickelte sich eine packende Partie, in der die Germanen den Sieg in den letzten Sekunden doch noch hergeben mussten.

Zerfahren startete die Begegnung. Lediglich die Torhüter, Manuel Röttig seitens LVB sowie Gabor Pulay im Zwenkauer Gehäuse, konnten sich hier auszeichnen und brachten die Werfer fast zur Verzweiflung. Letzterer lieferte mit am Ende insgesamt fast 50% parierter Bälle noch einmal eine überragende Leistung ab. In der zehnten Spielminute stand es somit lediglich 2:2. Doch in der Folge begann die wilde Achterbahnfahrt. Nachdem sich die Leipziger kurzzeitig auf 4:6 absetzen konnten, gaben die Hausherren Gas und konnten insbesondere durch ihr Gegenstoßspiel einen 7:0 Lauf aufs Parkett bis zur 11:6 Führung zaubern. Aber auftretende Fehler luden die Gäste erneut ein und sie konnten ebenso einen 0:4 Lauf beisteuern, welcher das knappe Halbzeitergebnis von 11:10 für die Germanen bescherte.

In Hälfte zwei wollten sich die Zwenkauer die starken zehn Minuten aus dem ersten Durchgang zum Vorbild nehmen, um dieses Duell zu ihren Gunsten zu gestalten. So legte man auch gut vor und konnte die Führung sogar auf 15:11 ausbauen. Doch die Straßenbahner ließen sich nicht abschütteln und bestraften das weiterhin fehlerbehaftete Spiel der Hausherren, um die Partie über die Stationen 18:17 und 21:20 weiterhin offen zu gestalten. Die Begegnung bot nun längst auch die Atmosphäre eines Derbys. Es wurde hitzig und jeder Zweikampf wurde emotional begleitet. Selbst das junge Schiedsrichterpaar hatte alle Hände voll zu tun, die aufgeregten Gemüter nach kniffligen Entscheidungen im Zaum zu halten. In der 59. Spielminute ging es dann beim Stand von 23:22 ins große Finale und die Gäste kassierten durch ihre Manndeckung noch eine zwei Minuten Zeitstrafe. Matchball Germania und in der direkt genommenen Auszeit gab Trainer Oliver Stockmar seinen Mannen noch einmal genaue Anweisungen, wie sie diese Überzahlsituation zum erhofften Heimsieg clever und geduldig ausspielen sollte. Doch direkt im Anschluss war sie wieder präsent, die Achterbahn der Gefühle. Zwei identische Fehler ermöglichten den Gästen das Kontern erst zum 23:23 Ausgleich und in den letzten Sekunden sogar zum Siegtreffer, sodass die Zwenkauer beim Endstand von 23:24 fassungslos anerkennen mussten, dass sie diesen schon sicher geglaubten Heimsieg noch hergegeben hatten und LVB II nun feiernd in der Stadthalle stand.

Die letzte Spielminute war nur das Spiegelbild für die erneut zahlreichen technischen Fehler, welche der SG Leipzig/Zwenkau den Weg versperrten, sich in diesem Derby früher abzusetzen und den definitiv möglichen Heimsieg einzufahren. Schade, denn die Germanen hätten sehr gern mit einem letzten Heimsieg nicht nur die Fans sondern insbesondere auch ihre Kameraden verabschiedet, welche in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot der Germania überstreifen werden. So jubelte am Ende die SG LVB Leipzig II, die mit diesem fulminanten Finish ihrem Trainer Jens Herold definitiv einen absoluten Highlight-Sieg zum Abschied bescheren konnten.

Zum Glück hatte diese dennoch bittere Niederlage keine weiteren Auswirkungen für die SG Leipzig/Zwenkau. Nach einer dürftigen Hinrunde mit einem Rang als Abstiegskandidat, mauserte sich das Team unter dem neuen Trainer Oliver Stockmar ab der Rückrunde erst zum Favoritenschreck und anschließend zu einem Aspiranten für das gesicherte Tabellenmittelfeld. Die Abschlussplatzierung auf Tabellenplatz 8 ist für die Germanen als Aufsteiger eine sensationelle Leistung und zeigt, dass das Projekt der Spielgemeinschaft mit der A-Jugend Bundesliga des SC DHfK Leipzig voll aufgegangen ist. Hoffentlich gibt es in der kommenden Saison erneut solche Erfolge zu feiern.

Torhüter: Gabor Pulay, Johannes Marek, Gino Löffler (n.e.)
Torschützen: Thomas Niese (1), Michael Remme (2), Sebastian Steinbach, Maximilian Schulz (5), Alexander Groß (3), Tobias Weiß (1), Moritz Block (8/2), Ron Günther (3), Adrian Sundorf (n.e.)

Glückliche Hand & Gut Wurf!

A.G.